18. Experten Symposium - Fortbildung in Köln
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Ob Karies oder Gingivitis/Parodontitis – alles Biofilm-induzierte Erkrankungen, leitete Professor Johannes Einwag aus Stuttgart seinen Vortrag ein. Jedes Bakterium habe seine ökologische Nische und die Mundhöhle sein ein Ökosystem. „Wir müssen biologisch denken“, forderte er. Sinnvoll wäre ein biologisches Gleichgewicht zwischen Biofilmattacke und Immunabwehr. Leider sei die Möglichkeiten einer gezielten Immunabwehr nach aktuellem Kenntnisstand begrenzt. Was bleibt, ist für ihn klar: „Wir müssen uns auf die Prophylaxe fokussieren und damit auf ein effizientes Biofilmmanagement: Entweder Abwehr stärken oder Angriff senken, sprich: der Biofilm muss weg, bevor er pathogen wird!“.

Die Frage, die der Referent in den Raum stellte: Gilt die Parodontitisprophylaxe auch bei Implantaten? Erst 2010, da befand sich, so Einwag, die Implantologie nicht mehr in den Kinderschuhen, hätten die Parodontologen festgestellt: Ja, auch periimplantäre Erkrankungen sind Biofilm-induziert. Sein Vorwurf: „Wir setzen seit 40 Jahren Implantate und hatten bis 2012 und selbst 2018 kein Standardprotokoll!“ Als gesichert gelte heute, dass sich die Biofilmbildung auf Implantatoberflächen von der Biofilmbildung auf Wurzeloberflächen unterscheidet und dass sie durch die Oberflächenrauigkeit der Implantate verstärkt wird. Das Problem bei der Prävalenz der Periimplantitis sei, dass bis 2018/19 keine klare Definition vorgelegen habe. Das Risiko für eine Periimplantitis bei PAR steige um den Faktor 5,5 (Schwarz et al., 2021). Während sich die Entzündungsreaktion bei Gingivitis und Mukositis nicht unterscheide (7. European Workshop on Periodontology 2010), weil Sulkus und Saumepithel gleich seien, sieht das laut Einwag bei Parodontitis und Periimplantitis völlig anders aus. Der Grund: Bei der Parodontitis kämen über parodontale Stützgewebe körpereigene Abwehrmechanismen zum Einsatz, die bei der periimplantären Entzündung fehlten. Mechanisches Biofilmmanagement mache Sinn, wenn man bereits die Mukositis verhindern könne. Deshalb sei die PZR und nicht erst die UPT sinnvoll! Eine Übernahme der bei natürlichen Zähnen bekannten erfolgreichen Prophylaxestrategien ist für Professor Einwag zwar angezeigt, Modifikationen im Detail seien allerdings erforderlich – von der Interdentalraumreinigung bis zum Einsatz des Pulver-Wasser-Strahlgerätes.

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