17. Experten Symposium - Fortbildung und Karneval in Köln
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Der Erhalt des Alveolarkammes ist eine wichtige Grundvoraussetzung für jede Art der weiteren Versorgung. Aber unter welchen Voraussetzungen kann mit welchen Materialien gearbeitet werden und was kann der Anwender als Ergebnis erwarten? Welche Erkrankungen müssen beachtet werden?

Dr. Dr. Markus Tröltzsch, MKG-Chirurg aus Ansbach, führte die Teilnehmer*innen im Webinar des BDIZ EDI Mitte März 2021 durch alltagstaugliche Möglichkeiten der Knochenregeneration. Die Redaktion des BDIZ EDI konkret hat bei ihm nachgehakt.

Ridge Preservation – also der Erhalt des Alveolarkammes: Welchen Stellenwert messen Sie diesem Verfahren bei?
Die Technik gehört meines Erachtens heute zum chirurgischen Standardrepertoire, und das hat mehrere Gründe. Die Zahnextraktion ist leider manchmal das letzte Mittel, auch wenn der Zahnerhalt sehr wichtig ist. Dennoch gibt es nicht wenige Situationen, in denen wir eingreifen müssen. Wenn wir in den oralen Geweben manipulieren, dann ist Erhalt – so wie beim Zahn – oftmals die bessere Option als die Neuschaffung. Und weil das so ist, ist die Ridge Preservation ein vorhersehbares, gut durchführbares, finanziell stemmbares Prozedere, das erhebliche Einschränkungen für Patienten später verhindern kann. Daher gehört es
zum Zahnextraktions-Repertoire dazu. Und: aus meiner Sicht machen Sie absolut nichts falsch, wenn Sie den Patienten über diese Möglichkeit aufklären. Sonst müssen Sie sich wappnen, dass er oder sie in ein- bis zwei Jahren kommt und fragt, warum Sie nach Zahnextraktion nicht darüber informiert haben, dass man den Knochen hätte erhalten können. Aber auch in Sonderindikationen, z.B. bei großen Zysten oder bei Weisheitszahnextraktionen, setzen wir inzwischen Ridge Preservation-Protokolle ein, um Defekte sicher zu schließen oder empfindliche Strukturen wie den Nervus alveolaris inferior oder Nachbarzahnwurzeln sicher abzudecken.

Warum sprechen Sie von Ridge Preservation und nicht von Socket Preservation, was der geläufigere Begriff wäre?
Es findet derzeit in der Fachwelt eine Umbenennung statt. Die Extraktionsalveole ist es tatsächlich nicht, die erhalten werden muss, die soll ja zuheilen. Es gilt die Ridge, also den Kieferkamm zu erhalten.

Was sind die Voraussetzungen für den Erhalt von Knochenstrukturen?
Ganz wichtig ist die Defektbiologie, wenn wir an die Regeneration oder den Erhalt der enoralen Strukturen herangehen, weil wir daraus das Regenerationspotenzial ablesen können. Aus der Literatur und der klinischen Erfahrung kann man ganz klar sagen: je größer der Defekt sich darstellt, also absteigend vom drei-, zweiwandigen Defekt etc., desto höher
wird der regenerative Aufwand und desto mehr muss das Material, aber auch der Chirurg leisten. Bei den klassischen Ridgedefekten können Sie praktisch jedes Material verwenden. In der S2k-Leitlinie von 2021 zu Knochenersatzmaterialien konnten wir feststellen, dass streng statistisch und aufgrund der Menge der verfügbaren Literatur die xenogenen Materialien die Nase vorn haben, wenn auch nicht absolut.

Das gesamte Interview

17. Experten Symposium

09.12.2021
Risikofaktor parodontale Erkrankungen - Zahnerhalt oder Implantologie

Implantat und Alloplast: Synergie im unteren Frontzahnbereich

07.12.2021
Synergie zwischen einem innovativen Implantatdesign und einem neuartigen Biomaterial

Wie viel Medizin braucht die Zahnmedizin?

03.12.2021
Interview mit den Ansbacher MKG-Chirurgen Dr. Dr. Markus und Priv.-Doz. Dr. Dr. Matthias Tröltzsch

Einfluss von Extensionen auf das Weich- und Hartgewebsmanagement

22.11.2021
Ein Beitrag von Prof. Dr. Jörg Neugebauer, Dr. Frank Kistler, Stephan Adler und Dr. Steffen Kistler

Retrospektive Kohortenstudie: 6,5 mm versus 7,5 mm

08.11.2021
Versorgung des atrophen posterioren Oberkiefers mit kurzen Einzelimplantaten

Ein-Jahr-Follow-up einer Ganzkieferversorgung

26.10.2021
Dr. Salvesen berichtet über das neue vollkonische Tissue-Level-Implantatsystem

Hohe Überlebensraten – auch auf lange Sicht

11.10.2021
Eine Evaluation retrospektiver Studien über lappenlos inserierte Implantate

One-tooth-one-time-Technik – Ergebnisse nach zwei Jahren

27.09.2021
Molarenimplantate in Sofortbelastung bei 16 Patienten

Große Zugänge gehören ins Reich der Mythen

09.09.2021
Interview zum externen und internen Sinuslift

Keramische Lösungen für alle Bereiche

09.09.2021
Interview mit Prof. Dr. Jörg Neugebauer zum Praxisleitfaden 2021